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Wallfahrtsstätten

Die Wallfahrtstradition ist im Adlergebirge insbesondere mit dem 18. Jahrhundert verbunden, als es zu einem deutlichen Antritt der Barockkultur kam, die sich hier nicht nur als Kunststil verankerte, sondern auch deutlich eine neue Lebensart formte. Die barocke innerliche Frömmigkeit, die andererseits ihren Ausdruck in der Herrlichkeit der religiösen Feste der römisch-katholischen Kirche fand, brachte auch die Begründung der Wallfahrtstradition mit sich, und zwar in einem solchen Maße, das in unserer Region bis dahin nie dagewesen war.
Alle Wallfahrtsstätten in der Region des Adlergebirges und seines Vorgebirgslandes sind mit dem Kult der Jungfrau Maria verbunden. In einer unruhigen Zeit fanden und finden die Gläubigen wohl gerade bei ihr – als Symbol der mütterlichen Liebe und der Beschützerin des Familienzusammenhalts – das Gefühl von Sicherheit sowie einen Ort der Gewissheit und Ruhe. Zu einem Besuch der Wallfahrtsstätten laden wir auch Sie ein. Sie sind ein Ort des ruhigen Anhaltens und der Besinnlichkeit, ein Ort, an dem die Gegenwart und die Vergangenheit in stillem harmonischem Einklang aufeinandertreffen.

 

Deštné v Orlických horách – Dříš
Kapelle der Jungfrau Maria

Vorgänger der heutigen Kapelle war ein Baum mit einem Bild über einem Brünnlein. 1809 wurde hier eine Holzkapelle gebaut, die 1995 durch den Bau einer gemauerten Kapelle ersetzt wurde. In der gemauerten Kapelle befindet sich eine Quelle, aus der dem Volksglauben zufolge Heilwasser sprudelt. In der Umgebung der Kapelle wurde der Kreuzweg erneuert.
Hauptpilgerfest:
26. Juli – hl. Anna

 

Neratov
Kirche Mariä Himmelfahrt

Die erste noch hölzerne kleine Kirche stand hier schon vor 1570. In den Jahren 1667 – 68 wurde sie durch einen Steinbau ersetzt, auf dessen Stelle nach 1723 eine Barockkirche entstand, eine der schönsten Bauten, die dieser Stil in unserer Region geschaffen hat. Die Autoren dieses Baus waren der Bauherr Karel Antonín Reina, der Maler Jan Ignác Tiber und der Litomyšler Bildhauer Václav Heinrich. Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche zerstört und erst in der Gegenwart erfährt sie ihre Wunder wirkende und grandiose Erneuerung.
Hauptpilgerfest:
15. August – Mariä Himmelfahrt

 

Homole u Borovnice
Kirche der leiderfüllten Jungfrau Maria

Über der ganzen weiten Umgebungslandschaft dominiert die Kirche, die die Gräfin Terezie Eleonora von Ugart in den Jahren 1688-1692 im Barockstil erbauen ließ. Gläubige Pilger steigen über 153 von Steinplastiken umsäumte Stufen zur Kirche auf.
Hauptpilgerfest:
4. Ostersonntag
Sonntag nach dem 15. September

 

Studánka u Dobrušky
Kapelle der Jungfrau Maria

Der Sage zufolge gab das Wunderwasser aus dem Waldbrünnlein dem Brauer Tmej aus Dobruška sein verlorenes Augenlicht zurück. Wahrscheinlich 1699 wurde hier über der Heilquelle eine Holzkapelle errichtet. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts begann die Abhaltung eines Pilgerzugs an diesen Ort und 1755 wurde der Bau einer steinernen Barockkapelle fertig gestellt. Den Höhepunkt des Pilgerruhms schreiben wir den Dreißigerjahren des 19. Jahrhunderts zu, als in der Region eine Cholera-Epidemie ausbrach. Nahe der Kapelle befindet sich ein Kreuzweg vom Anfang des 20. Jahrhunderts und eine einzigartige Barockskulptur des hl. Jan von Nepomuk vom Ende des 18. Jahrhunderts, die den Heiligen als Pilger darstellt.
Hauptpilgerfest:
8. September– Geburt der Jungfrau Maria

 

Nové Město nad Metují – Rezek
Kapelle der hl. Barbora

An dem Heilwasserbrunnen wurde 1736 vom Hauptmann der Herrschaft aus Nové Město eine Barockkapelle erbaut. Später entstanden hier auch ein kleines Kurbad, ein Luftkurort und ein Hotel.
Hauptpilgerfest:
Anfang Mai (nähere Informationen auf dem Pfarramt Nové Město nad Metují)

Rokole u Nového Hrádku
Kapelle der Jungfrau Maria

Die Wallfahrtsstätte entstand in Verbindung mit einer – dem Volksglauben nach – Wunderwasserquelle. Die ursprüngliche Kapelle wurde 1859 in ihre heutige Gestalt umgebaut. In demselben Jahr wurde in der Nähe ebenfalls ein Kreuzweg erbaut. Rokole gewann an Beliebtheit als Wallfahrtsstätte für die weitere Region. In den Neunzigerjahren des 20. Jahrhunderts wurde auf dem Hügel über der ursprünglichen Kapelle eine weitere Kapelle erbaut, die ebenfalls der Jungfrau Maria gewidmet wurde und nach und nach entsteht hier ein ganzes Areal weiterer Objekte, das durch den Verdienst des Säkularinstituts der Marienschwestern erreichtet wurde.
Hauptpilgerfest:
Sonntag nach dem 8. September – Geburt der Jungfrau Maria

 

Opočno
Kirche der Gottesgeburt

Zur Steigerung der Gegenreformationsbemühungen wurde unter Unterstützung des Grafen Ludvík Colloredo 1673 in Opočno 1673 eine Klostergemeinde des Kapuzinerordens gegründet. Zusammen mit dem Kloster errichtete der italienische Bauherr Bernardo Minelli in den Jahren 1676-78 auch eine Kirche. In Opočno wird ein besonderes Jahrespilgerfest gefeiert – die Portiuncula.
Hauptpilgerfest:
Erster Augustsonntag

 

Přepychy – Dřízenské údolí
Kapelle Mariä Himmelfahrt

Über der Wasserquelle wurden hier bereits im 18. Jahrhundert eine hölzerne Überdachung und ein Kreuz gezimmert. Später wurde anstelle der Überdachung eine Holzkapelle gebaut. Diese wurde 1889 durch einen pseudoklassizistischen Steinbau ersetzt. An der Errichtung der Wallfahrtsstätte machte sich P. Alois Mádr verdient. Bestandteil des Areals, das in der Gegenwart rekonstruiert wurde, ist auch ein Kreuzweg.
Hauptpilgerfest:
Sonntag nach dem 15. August – Mariä Himmelfahrt

 

Wambierzyce (Vambeřice)
Kirche Verkündung der Jungfrau Maria

Die Tradition des Wambierzycer Wallfahrtorts hat ihren Beginn bereits im 13. Jahrhundert. Anstelle der früheren Holzkirche ließ der Ritter Ludvík Pannwitz eine Steinkirche erbauen. Nach den folgenden Änderungen wurde 1715 die Errichtung einer monumentalen Barockkirche begonnen, die auch Ziel von Marienpilgerfahrten aus Böhmen wurde. Bestandteil des umfangreichen Komplexes an Kirchenbauten ist ebenfalls der Wambierzycer Kreuzweg mit seinen 74 Kapellen aus den Jahren 1681 – 1706, der als „Schlesisches Jerusalem“ bezeichnet wird. Heute gehört Wambierzyce zu den führenden europäischen Wallfahrtsstätten und genau wie in den vergangenen Jahrhunderten ist es ein häufiges Ziel der Pilger aus Tschechien, insbesondere aus den grenznahen Gebieten.
Hauptpilgerfeste:
31. Mai – Mariä Heimsuchung
15. August – Mariä Himmelfahrt
8. September – Geburt der Jungfrau Maria