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Historie Befestigung Rokitnitz

Geschichte der Befestigungsanlagen in Adlergebirge

Das Gebiet des Adlergebirges hatte eine große Bedeutung beim Schutz der Staatsgrenze zum damaligen Deutschland, das mit seinen Grenzen bis zum Raum Bohumín an die damalige Tschechoslowakei angrenzte. In der Nähe der Staatsgrenze führten sowohl eine Straßen-, als auch eine Eisenbahnverbindungen zu Mähren und der Slowakei hier entlang. Unsere damalige Armee war sich der Bedeutung dieser Verbindung bewusst und deshalb wurde das Adlergebirge in die I. Etappe der Grenzbefestigung aufgenommen.
Der Abschnitt fiel in das Gebiet des II. Armeekorps und das 35. Grenzgebiet. Der Raum sollte durch leichte Objekte Muster 36 und 37, durch Linien selbstständiger Infanteriebollwerke befestigt werden, und an besonders exponierten Orten sollte er durch Artillerieforts verstärkt werden. Die Errichtung der Befestigungen in den gegebenen Gebieten übernahm das Pionier-Gruppenkommando (Ženijní skupinová velitelství – ŽSV) in Králíky, Rokytnice v O. h. und Náchod. Die befestigten Gebiete wurden anschließend in Unterabschnitte aufgeteilt, die einzelnen, sehr zuverlässigen Firmen vergeben wurden.
Bereits am 29.5.1936 wurden drei Unterabschnitte leichter Befestigung Muster 36 für den Bau in Auftrag gegeben. Der Abschnitt I.a Bartošovice v Orlických horách, I.b Neratov und I.c Velká Deštná. Insgesamt entstanden hier 40 Objekte, die in direkter Nähe der Staatsgrenze gebaut wurden. Der Abwehr kann auch der überwiegende Teil der Objekte des Abschnitts I.d Náchod zugeordnet werden, die sich bei Olešnice v Orlických horách befanden und in Richtung Náchod weitergingen. Sie waren allerdings sehr verletzbar, ihre Maschinengewähr- Schartenstände waren direkt auf die Staatsgrenze ausgerichtet und die einzelnen Objekte waren nicht in der Lage, sich im Kampf gegenseitig zu unterstützen. Besetzen sollten diese vor allem die Einheiten der Staatsverteidigungswache (Stráž obrany státu – SOS), die aus Gendarmerie, Finanzwache und Armee bestanden.
1937 kam die Direktion für Befestigungsarbeiten (Ředitelství opevňovacích prací – ŘOP) mit einem verbesserten Objekt vom Typ 37, das die vorhergehenden Nachteile beseitigte. Die Linien dieser Objekte wurden schon hinter der Hauptverteidigungslinie schwerer Infanteriebollwerke gebaut, und zwar vor allem aus dem Grund, dass die Waffen dieser Objekte zu diesem Zeitpunkt nicht dazu in der Lage waren, die modernere Panzertechnik des Feindes aufzuhalten, und sie waren demzufolge insbesondere für den Kampf mit der Infanterie bestimmt. Die Objekte wurden wiederum nach einzelnen Abschnitten vergeben, und zwar ab dem Frühjahr 1937. Dies waren die Abschnitte – A. Mladkov, B. Rokytnice v O. h., C. Jelenka, X. Sedloňov, D1a. Olešnice, D1b. Nový Hrádek. Insgesamt wurden in diesen Abschnitten 362 Objekte betoniert, was der überwiegende Teil der in diesem Raum geplanten Objekte war. Die Objekte waren viel widerstandsfähiger gegen Artilleriebeschuss, ihre Schießscharten waren längs der Staatsgrenze ausgerichtet, nicht zu ihr, was ihre Widerstandsfähigkeit im Kampf erhöhte, und jedes der Objekte konnte seine Nachbarn schützen. Zwischen den Objekten entstand darüber hinaus ein System von Anti-Infanterie-Hindernissen aus Stacheldraht und Stahlstangen, das den Feind verlangsamen sollte. In den Waldabschnitten zwischen den Objekten entstanden sog. Schützenlichtungen, die wiederum von auf Stahlstangen aufgewickeltem Stacheldraht durchflochten waren. Die Besatzung wurde bereits von regelmäßigen Einheiten der Armee und der Reservisten gesichert, die im Rahmen der Mobilisierung einberufen wurden. Auf diese Objekte können Sie bei Spaziergängen durch das Adlergebirge am häufigsten treffen. Die schwere Befestigung sollte das Rückgrat des Adlergebirges sein und mit ihrem Bau wurde bereits ab dem Sommer 1936 begonnen. Jeder der Abschnitte hatte etwa 10 Objekte, da ihr Bau viel komplizierter war, als bei leichten Objekten. Bis zum Herbst 1938 gelang die Fertigstellung der Linie nur von Suchý vrch über Boříkovice, bis Komáří vrch über Říčky. Das waren die Abschnitte: Festung Bouda, Mladkov, Festung Adam, Jedlina, Zaječiny, Kunvald, Festung Hanička (Herrenfeld), Říčky. Der Abschnitt von Komáří vrch bis Sedloňov wurde erst 1939 mit in den Bau eingeplant und anschließend folgten die Abschnitte Sedloňov, Festung Skutina, Borová. Allein auf dem Rokytnitzer Abschnitt, der bei Zemská brána (Landestor) begann und bei Komáří vrch endete, wurden 34 selbstständige Infanteriebollwerke und 6 Objekte des Artillerieforts Hanička (Herrenfeld) fertig gestellt. Die Infanteriebollwerke waren von ihrer Umgebung völlig unabhängig. Sie wurden meist als zweistöckige Objekte mit eigenem Trinkwasserbrunnen, einem Dieselaggregat zur Erzeugung elektrischer Energie und einer Filteranlage für die angesaugte Luft gebaut. Ihre Ausrüstung bildeten leichte und schwere Maschinengewehre und sehr leistungsstarke Kanonen vom Typ 36, die mit jedem damaligen deutschen Panzerwagen problemlos fertig geworden wären. In dem gegliederten Gelände würden auch 9 cm Minenwerfer genutzt werden. Jedes der Objekte konnte wiederum seine Nachbarobjekte schützen, und diesmal auch sein eigenes Vorland aus den Panzerglocken. Die Besatzungen dieser Objekte bildeten Spezialeinheiten von Grenzregimenten, speziell für den Kampf in der Festung ausgebildete Soldaten. Den östlichen Teil des Adlergebirges sollte das 19. Grenzregiment mit Regimentskommando in Žamberk schützen, den westlichen Teil bereits das 18. Grenzregiment mit seinem Kommando in Nové Město n. M. Betreten Sie bitte keine ungesicherten und verlassenen schweren Befestigungsobjekte. Hier besteht Unfallsgefahr!
Die Artilleriebollwerke sollten Wehrsäulen bilden und sollten der Besatzung auch eine Kesselschlacht über eine Dauer von mehreren Monaten ermöglichen. Die Rekognoszierung des Terrains durch die Heeresleitung erfolgte im April 1936. Die Oberflächenobjekte der Artilleriebollwerke sollten im Untergrund durch hunderte Meter an Gängen und Sälen miteinander verbunden sein und hier sollte eine große Menge an Munition, Proviant und weiterem Material gelagert werden. Bei uns können Sie die Festung Bouda bei Suchý vrch besuchen, deren Bau am 1.10.1936 begann und die in einem dem Jahr 1938 ähnlichen Zustand erhalten geblieben ist, sowie die Festung Hanička bei Rokytnice v O. h., deren Bau am 14.9.1936 begann. Hanička wurde später teilweise in eine neuzeitliche Kriegsarbeitsstätte des Innenministeriums umgebaut. Die Festung Skutina bei Olešnice v Orlických horách wurde erst ab dem 18.11.1937 erbaut und 1938 war sie baulich noch nicht fertig gestellt. Jede dieser Festungen hat dem Besucher etwas zu bieten, wobei Hanička dadurch umso interessanter ist, dass sie erst nach dem Verwerfen der ursprünglich geplanten Festung Bartošovice errichtet wurde. Die Festung Bartošovice war im Raum der Kote 665 geplant (heute Zadní vrch nad Bartošovicemi) und sollte aus zwei Infanteriebollwerken, einem Geschützdrehturm, einem Minenwerferdrehturm und einem Eingangsobjekt bestehen. Das Projekt wurde niemals ausgearbeitet. Das Artilleriefort Hanička, das die Festung Bartošovice ersetzte, hatte drei Infanterievollwerke, einen Geschützdrehturm, ein Artilleriebollwerk und ein Eingangsbollwerk. In der Exposition von Hanička können Sie die Geschichte des Jahres 1938 kennen lernen und von der Unsinnigkeit des Umbaus zu einer neuzeitlichen Kriegsarbeitsstätte des Föderalen Innenministeriums erfahren. Sie werden hier die Originalpanzerglocken und Schartenstände, die neuzeitlichen technologischen Anlagen der Kriegsarbeitsstätte, eine Reihe von Kampftechnikexponaten aus der Ausrüstung der Nachkriegsarmee der Tschechoslowakei sowie Modelle der Kampftechnik sehen, die unsere und die deutsche Armee in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg nutzten.
Machen Sie an einem der Artillerieforts, an einem der Infanteriebollwerke oder der Objekte leichter Befestigung halt, die als Museum umgestaltet sind. Lernen Sie auch diese Geschichte des Adlergebirges kennen.